The Inpatient: Im Rollstuhl durchs Irrenhaus

Supermassive Games mausert sich gerade zur festen Größe in Sachen VR-Horror. Nach dem ersten Until Dawn-VR-Ableger Rush of Blood steht nun mit The Inpatient der nächste Teil an. Vorschau!

Diesmal geht’s aber nicht auf Schienen durch verquere Grusel-Zirkus-Attraktionen, sondern in die Heilanstalt Blackwood Sanatorium. Und zwar in die 50er-Jahre. Kennt ihr, wenn ihr das Ur-Until Dawn gespielt habt. Auf der Gamescom konnte ich das Spiel ungefähr 20 Minuten spielen. 

Ich wähle also, ob ich weiblich oder männlich bin, bevor ich mich direkt auf den ersten Jump-Scare vorbereite und ein Auge zusammenkneife, wie ich es immer mache, wenn ich einen weichen Tag habe. Allerdings öffne ich es nach wenigen Minuten schon wieder. Hier springen nämlich vorerst keine Horrorclowns hinter Schießbuden hervor wie in Rush of Blood und wollen einem ans Leder. Stattdessen steht ein Arzt in einem düsteren Behandlungszimmer vor dem Spieler und wühlt in seiner Erinnerung. Will immer wieder wissen, was sich in der Backstory genau zugetragen hat. Grafisch ist The Inpatient state of the art. Die Mimik des Arztes wirkt sehr realistisch und die in Dunkelheit gehüllte Umgebung authentisch bedrohlich.

Rückblenden-Wahn

Eine Rückblende: Meine namenlose Figur versteckt sich im Schrank, während draußen irgendwer nach ihr sucht. Alles wirkt irgendwie schräg, verzerrt. Dann das Unausweichliche: Einer der potenziellen Peiniger öffnet die Tür, aber man erkennt nichts, er blendet mit einer grellen Taschenlampe.

Wieder zurück im Behandlungszimmer. Der Arzt will wissen, was sich in meinem Oberstübchen abgespielt hat. Mehr als Kopfdrehen ist spielerisch noch nicht drin, ich bin gefesselt. Danach lässt mich das Spiel entscheiden, ob ich mich kooperativ gebe oder auf stur schalte. Ich kooperiere, indem ich die eingeblendete Antwortmöglichkeit mit meinem Blick und der Trigger-Taste auswähle und die Rückblende kehrt zurück. Ich werde wieder nicht schlau daraus, auch wenn sie sich jetzt in leicht abgeänderter Form abspielt. Das Ganze wiederholt sich noch ein paar Mal, bis ich dem Arzt gegenüber immer misstrauischer werde. 

Zum Abschied jagt er mir eine eine Spritze ins Bein. Das war’s, ich breche die Sitzung ab. Jetzt geht’s im Rollstuhl zurück aufs Zimmer. Ich erfahre, dass er auf eine Krankenschwester steht, aber nicht bei ihr landen kann. Wahrscheinlich wird das später noch wichtig, denn bei The Inpatient wirkt sich jede Entscheidung auf den Story-Verlauf aus.

Geh auf dein Zimmer!

Im Zimmer angekommen, bringt mir der Pfleger spielerisch die Steuerung mit den Move-Controllern bei. Ich hebe ganz natürlich Gegenstände im Raum auf, lese einen Notizzettel und lege ihn schließlich wieder ab. Drehe mich herum, stelle mich dann beim Gehen aber etwas ungeschickt an und hoffe, dass die Dualshock-Steuerung einfacher von der Hand geht. Vielleicht braucht die Move-Steuerung einfach mehr Einarbeitungszeit, aber für den Moment wirkt sie schlicht zu umständlich: Die Move-Taste des linken Controllers setzt die Figur in Gang, die Richtung lässt sich wechseln, indem man mit dem rechten Move-Controller in die gewünschte Richtung zeigt und die Move-Taste drückt. Immerhin ist das Spiel nicht auf Speed ausgelegt, sodass es hier keine Motion-Sickness-Probleme geben dürfte.

Walking Simulator oder VR-Horror-Hoffnung?

In der letzten Szene geht’s dann doch nochmal ans Eingemachte: In einer Traumsequenz folge ich dem Pfleger durch einen Korridor. Doch dann verschwindet er plötzlich, nur um dann völlig aus dem Häuschen und verzogenem Gesicht wieder aufzutauchen. Da ist er dann, der Jump-Scare, auf den ich mich schon am Anfang vorbereitet hatte. Fragt sich nur, wie viele es davon in dem fertigen, rund drei Stunden langem Hauptspiel geben wird. Ob wir es hier mit einem klug ausbalancierten Horror-Spiel mit cooler Story, ausreichend Interaktionsmöglichkeiten und starken Gruselszenen zu tun bekommen oder ob Supermassive die VR-Spieler eher auf eine spielerisch maue Erkundungstour durchs Blackwood Sanatorium schickt? Die Antwort gibt’s zum PlayStation-VR-exklusiven Release von The Inpatient am 21. November 2017.

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